Tagungsbericht

Schulverpflegung kompakt: Beispiele aus dem Norden

Vernetzungsstellen Hamburg und Schleswig-Holstein
Silke Bornhoeft Vesch HH

Am 23. Januar veranstalteten die Vernetzungsstellen Schulverpflegung Schleswig-Holstein und Hamburg ihre erste Kooperationstagung unter dem Motto „Schulverpflegung kompakt: Beispiele aus dem Norden“. Über 110 Interessierte aus Hamburg und Schleswig-Holstein kamen in das Gymnasium Harksheide in Norderstedt.

Schulleiter Gerhard Frische und Jan-Peter Bertram, Leiter des Fachbereiches Schule und Sport, Amt für Schule, Sport und Kindertagesstätten der Stadt Norderstedt begrüßten die Teilnehmenden in der Mensa der Schule.

Dr. Birgit Braun, Koordinatorin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Schleswig-Holstein und Silke Bornhöft, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Vernetzungsstelle in Hamburg führten in das Thema und den Ablauf der Tagung ein.

Über den Zertifizierungsprozess, was unbedingt zu berücksichtigen ist, welche Meilen- und Stolpersteine es gibt, darüber berichteten Maja Hofmeister und Manfred Heuer von der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund. Diese Schule trägt seit Februar 2012 das Zertifikat „Schule + Essen = Note 1“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

In sechs Workshops ging es um Fragen rund um die Organisation und Umsetzung eine guten Schulverpflegung – und um einen Blick über den Tellerrand: von Hamburg nach Schleswig-Holstein und umgekehrt:

Dipl. Ing. Paul-Hinrich Wiechers stellte ein modulares Konzept zur Küchenplanung vor. Wesentliche Grundlagen im Hinblick auf spätere Änderungen und Erweiterungen sind beispielsweise eine Standortanalyse, Kenntnisse zu dem zu erwartenden Kundenkreis, eine frühzeitige Klärung des Betreibers und eine klare Vorgabe, wie die Versorgungs- und Verpflegungsaufgabe umgesetzt werden soll.

Birgit Uhlen-Blucha, Projektservice Ernährung, stellte das Projekt „Mehr ! Wasser" Kampagne des Landes Schleswig-Holstein und Nina Krauß, Hamburg Wasser, das Projekt „TrinkWasser macht Schule“ für Hamburg vor. Beide Initiativen stellen das Wasser-Trinken in der Schule in den Fokus.

Ein gutes Praxis-Beispiel zu einem Bestell- und Abrechnungssystem für die Schulverpflegung stellte Martina Tiemann, 1. Vorsitzende vom „Verein der Freunde des Gymnasium Harksheide e. V.“ vor. Sie berichtete, dass anfängliche Kritik und Bedenken von Eltern und Schülerinnen und Schülern diskutiert wurden. Die Umstellung fand danach absolute Akzeptanz bei allen Essenden – das sind ca. 400.

Hermann Schnauer von der Kommunalaufsicht und Schulen des Kreises Dithmarschen informierte im Workshop „Die Qual der Wahl eines Speisenanbieters für die Schule“ über das Vergaberecht, über Ausschreibung, Auslobung und Leistungsbeschreibung für Schleswig-Holstein.

Corinna Rohmann, Verbraucherzentrale Hamburg stellte das Modellprojekt der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Hamburg „Lebensmittel aus der Region – für Schulen vor Ort“ im Rahmen von „Aus der Region – für die Region“ sowie Strategien zur Einführung regionaler und saisonaler Lebensmittel in der Schulverpflegung vor. Das Projekt wird durchgeführt von der Verbraucherzentrale Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW).

Dr. Dieter Wilde, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg stellte im Workshop „Ernährungsbildung nachhaltig im Schulalltag verankern“ Chancen schulischer Ernährungsbildung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei sind Angebote wie der aid-Ernährungsführerschein, die aid-SchmExperten und der HAG-Ernährungsbaukasten handlungsorientiert ausgerichtet.

Ein umfangreicher Marktplatz mit Anbietern aus unterschiedlichsten Bereichen der Schulverpflegung, zum Beispiel Caterer, Küchenausstattung, Wasserspender, Bestell- und Abrechnungssysteme, Automatenaufsteller, Projekte zur Ernährungsbildung und Verbraucheraufklärung bot den Teilnehmenden eine Plattform für Information, Austausch und Vernetzung. Fazit eines Besuchers: „Die Veranstaltung war für mich eine gelungene Mischung von Beispielpräsentation und Dienstleistungsunternehmen“.

Die Vernetzungsstellen planen auch für 2014 eine gemeinsame Veranstaltung.

Nähere Informationen zu den Workshops finden Sie hier:

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